Mein erstes Interview überhaupt!
Künstlerin sitzend auf dem Boden mit Malwerkzeugen in der Hand

Mein erstes Interview überhaupt!

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2020 bei Kakao in meinem Atelier interviewte mich Robin Westenburger. Seitdem bin ich auch auf der Künstlerplattform für Leipzig vertreten: hier sollen Leipziger KünstlerInnen eine Bühne für Werke, Interview, Podcast uvm. haben. Schaut vorbei und hört mal rein!

Das Interview findet ihr ebenso hier:

1. Was ist Kunst für dich?

Kunst fängt für mich da an, wo der Mainstream aufhört. Kunst ist außerdem manchmal schwer greifbar – es muss auch nicht jeder Mensch immer alles verstehen. Kunst ist aber auch eine Bühne, auf welcher Aussagen, Haltungen und Ansichten ihren Platz finden. Kunst ist viel mehr als das, was in den Lehrbüchern steht. Ich finde auch in Atomphysik steckt Kunst. 🙂

2. Liegt Kunst in deiner Familie?

In meiner Familie liegt auf jeden Fall Lebenskunst ja. Das Malen und Zeichnen haben allerdings viele schnell aufgegeben: spätestens ab dem Zeitpunkt im Leben, ab dem der Pflichtteil der größte Part am Tag jeweils war. Meine eigene Lebenskunst beinhaltet es, mir Zeit zum Malen zu schaffen.

3. Wie beschreibst du deinen Stil?

Meistens frei, weltbezogen und weiblich. Diese Begriffe in Verbindung mit einem Werk können alles mögliche bedeuten und so ist es: ich weiß nie zu 100% wo ich mit den Farben lande.

4. Welche Techniken und Medien sind dir die Liebsten?

Künstlermaterial Pinsel Farben
Malmaterial von lise

Wenn Menschen mir ein Werk in Auftrag geben, versuche ich herauszufinden, was sie wirklich bewegt. Ich wünsche mir dass Bilder in Wohnungen und Häusern sinnlich sind. Ich möchte keine Konsumgüter machen, davon gibt es mehr als genug in der Welt. Das Bild welches ich mache soll geliebt werden, vielleicht sogar von Generation zu Generation weiter gegeben werden. Es kann und soll Spuren von Zeit haben: Kratzer vom x-ten Umzug zum Beispiel.

Auf jeden Fall die, die griffbereit sind: und wenn’s die Wachshülle von dem kleinen berühmten Industriekäse ist. Bei Auftragswerken sieht man bei mir am meisten Acrylfarben oder Tombow-Marker/ Aquarellfarben.

5. Beschreibe deinen idealen Ort um Kunst zu machen.

Still und weitsichtig: am besten mit Fensterblick bis an den Horizont. Hell muss es sein und warm.

6. Hast du ein bestimmtes Programm oder Ziel?

7. Hast du Vorbilder?

Ooh ja! Am längsten begleitet mich das Streetart-Duo Herakut. In meinen Augen schaffen es diese zwei Menschen in nur einem Bild die ganze Welt zu erklären. Sie sind einfach grandios, zudem politisch und menschenrechtlich engagiert: sie nutzen die Bühne ihrer Bekanntheit auf eine verantwortungsvolle Art und Weise.

8. Wie geht deine künstlerische Reise weiter?

Jetzt über ‚viele Ideen‘ und ‚große Pläne‘ zu schreiben wäre für mich Bla-bla. Ich bin ehrlich: keine Ahnung. Ich lasse mich überraschen und mache, worauf ich Lust habe. Dabei gebe ich alles,was ich zu geben habe.

9. Hast du ein Lieblingswerk?

Gewissermaßen ist jedes Bild genau so lange mein Lieblingswerk, bis ich das nächste Bild fertig habe.

10.Warum malst du?

Es ist neben dem Gärtnern eine Tätigkeit bei der ich mich voll fokussieren kann. Nichts durchstreift meine Gedanken was nicht in diesem Moment genau da hin gehört. Man sieht das Wesentliche. Diese Welt ist voll von Ablenkung – malen ist dann wie atmen. Da ist ein tiefer Impuls in mir, der es einfordert umgesetzt zu werden.

11. Wie bist du zur Kunst gekommen?

Jedes Kind malt. Konkret wurde das bei mir mit etwa 9 Jahren, denn ab da ging ich regelmäßig zu Ferienmalkursen im Naturkundemuseum meines Heimatortes. Meine dortige Lehrerin hat mich und meinen Malprozess sehr geprägt. Sie hat mich irgendwie anders wahrgenommen als andere Erwachsene. Das Gefühl beim Malen als Kind bei ihr war für mich das beste an der ganzen Ferienzeit. Diese Erinnerungen begleiten mich bis heute und ich bin sehr dankbar dafür.